
Herdbuchzucht
Scottish Blackface
Das Scottisch Blackface zählt zu den Hochgebirgsschafrassen (hill breeds) Großbritanniens.
Es ist ein mittelgroßes, mischwolliges Landschaf mit ramsförmigem, breitem, schwarz-weiß geflecktem Kopf.
Die Klauen sind fest und schwarz. Beide Geschlechter sind gehörnt und mit zunehmendem Alter entwickelt sich das Gehörn bei den Böcken schneckenförmig.
Die grobe, rein weiße Wolle ist lang abwachsend (200 bis 300 mm) und ist im Stapel mit festem, dichtem Unterhaar und langem Deckhaar strukturiert.
Böcke erreichen ein Gewicht um 100 kg, Schafe um 80 kg.
Diese sehr alte Rasse, die aus Schottland stammt, ist heute eine der häufigsten Shelf-Rassen in England.
Es handelt sich um eine sehr starke Rasse, die geboren wurde, um in den rauen schottischen Bergen zu überleben. Im 16. Jahrhundert gab es eine erste Stallherde unter der Führung von König Jakob IV., damals noch unter dem Namen Linton-Schafe.
Diese Schafrasse, mit ihrer Überlebensfähigkeit, guter Wollproduktion und Widerstandsfähigkeit gegen schlechte Wetterbedingungen, wurde im frühen 19. Jahrhundert als beste Rasse für die Hügel und Bergweiden Großbritanniens gekrönt und wird seitdem unter dem heutigen Namen, dem Scottish Blackface, stark gefördert.
Unter diesem Sammelnamen unterscheiden wir drei Typen, die unter Einfluss von Umwelt, klimatischen Bedingungen und Graslandqualitäten beeinflusst sind: der Perth-Typ, der Lanark-Typ und der Northumberland-Blackface.
In Deutschland sind diese Drei Typen leider komplet ineinander übergegangen.
Wir schätzen unsere Blackface sehr und versuchen nach wie vor sie leidenschaftlich im Herdbuch zu züchten. Unsere Blackface führen die älteste Scottish Blackface Zucht in Hessen.
Allerdings wird es zunehmend schwerer neue Böcke zu bekommen. Nichts desto trotz erfreuen wir uns täglich am Anblick unserer Blackface.
Kluge Schafe, mit durchaus ausgeprägtem Charakter, bestechend guten Muttereigenschaften und natürlich auch optisch eine Augenweide.

North Country Cheviot Sheep
Im Jahr 1791 brachte John Sinclair Mutterschafe aus den Cheviot Hills nahe der englischen Grenze in die Grafschaften Caithness und Sutherland im Norden Schottlands.
Er benannte diese Schafe nach ihrer Herkunftsregion „Cheviots“.
Während die Cheviot-Schafe in den Grenzregionen zwischen England und Schottland verbreitet blieben und sich das Scottish Blackface-Schaf in Mittelschottland etablierte, entwickelten sich die in den Norden gebrachten Tiere zur Rasse North Country Cheviot.
Möglicherweise kam es im Laufe der Zeit zu Kreuzungen der North-Country-Cheviot-Linie mit Border Leicesters und Lincoln Longwools.
Das Ergebnis war ein im Vergleich zu den südlichen Cheviots größeres, früher reifendes Schaf mit längerem Vlies. Das North-Country-Schaf erreicht etwa die doppelte Größe seines südlichen Verwandten.
1912 gründeten Züchter aus Caithness und Sutherland die „North Country Sheep Breeders Association“, um Ausstellungen und Verkäufe zu organisieren. 1945 änderte die Organisation ihren Namen in die heutige „North Country Cheviot Sheep Society“, die sich um Registrierung, Export, Vermarktung und Rasseverbesserung kümmert.
Merkmale
North Country Cheviots gelten als große Schafrasse. Kopf und Beine sind mit kurzem, weißem Haar bedeckt. Sie besitzen ein ausgeprägtes Ramsnasenprofil und sind hornlos. Die Nüstern und Augen sind typischerweise schwarz umrandet.
Es handelt sich um eine robuste, willensstarke und eigenständige Rasse, die auch unter rauen klimatischen Bedingungen und auf kargen Weiden gut gedeiht. Die Tiere zeichnen sich durch problemloses Ablammen und einen ausgeprägten Mutterinstinkt aus. Die Lämmer sind bei der Geburt kräftig und haben hohe Überlebenschancen; auch wenn die Gewichtszunahme nur durchschnittlich ist, gleichen sie dies durch die Qualität und den Ertrag des Schlachtkörpers aus. North Country Cheviots eignen sich sowohl für die Mutter- als auch für die Vaterlinie bei Kreuzungen. Wird die Rasse nicht primär zur Fleischgewinnung genutzt, weist sie im Vergleich zu anderen Rassen eine lange Nutzungsdauer auf.
Widder wiegen zwischen 100 und 120 kg,
Mutterschafe zwischen 55 und 80 kg & das Vlies wiegt 2 bis 2,3 kg.
So liest sich der „Standard“
Die Realität sieht noch viel schöner aus. Wir sind diesen Tieren eher zufällig vor einigen Jahren begegnet und obwohl wir bisher einen großen Bogen um die bekannten reinen Fleischrassen gemacht hatten, so haben uns die Cheviots doch sofort in ihren Bann gezogen.
Ein kerngesundes, im Kern und Typ ursprüngliches und absolut kluges Schaf das dennoch über eine enorme Mastleistung mit wirklich wirtschaftlich extrem ansprechenden Schlachtkörpern verfügt.
Wachsame Schafe mit ausgeprägt guten Muttereigenschaften und letztlich trotz enormer Größe der Lämmer doch leichtlammig. Natürlich nicht ganz so leichtfüttrig wie die Blackface, aber dennoch gut satt zu bekommen und nicht wählerisch in dem was am Futterangebot zur Verfügung steht.
Für uns ganz klar das „Schaf der Zukunft“!

Ungarische Zackelschafe
Das Zackelschaf (ungarisch: Magyar racka juh, lateinisch: Ovis aries strepsiceros Hungaricus; auch bekannt unter der älteren Bezeichnung „Hortobágyer Zackelschaf“, Hortobágyi racka juh, Ovis aries strepsiceros Hortobágyiensis) ist eine alte ungarische Schafrasse.
Das Zackelschaf gilt seit der Zeit der Landnahme Ende des 9. Jahrhunderts als Gefährte der Ungarn und ist eine geschützte Rasse, die nach Rückgang der wirtschaftlichen Bedeutung zunehmend als Nationaltier touristisch genutzt wird.
Beide Geschlechter verfügen über das charakteristische Merkmal V-förmig abstehender, gerader und korkenzieherartig gedrehter Hörner. Diese Form ist wahrscheinlich durch genetische Mutation entstanden und hat sich als Ergebnis der Selektion verbreitet. Es ist auch möglich, dass sie mit türkischen Schafen aus dem Süden nach Ungarn eingeführt wurde.
Das Zackelschaf ist von mittlerer Größe. Das männliche Tier (Bock) erreicht eine Schulterhöhe von ca. 70 Zentimetern und ein Gewicht von 55 bis 75 Kilogramm. Die etwa einen halben Meter langen Hörner bilden einen Winkel von 90 bis 110 Grad und sind gedreht.
Das weibliche Tier (Mutter) ist mit einer durchschnittlichen Höhe von 66 Zentimetern bei einem Körpergewicht von 35 bis 45 Kilogramm kleiner und leichter. Die Hörner sind nur 30 Zentimeter lang und weisen einen Winkel von 50 bis 60 Grad auf.
Das Fell des Zackelschafs ist eher grob und buschig. Die Haare sind 25 bis 30 Zentimeter lang. Es existiert eine weiße und eine schwarze Rasse. Die selteneren Tiere mit schwarzem Fell haben graue Haut, Hufe und Zungen. Im Alter von einem Jahr beginnt das Fell zu ergrauen. Bei den weißen Zackelschafen färbt sich das Fell cremefarben. Das Maul und die Beine nehmen dagegen eine hellbraune Farbe an. Die Lämmer der hellen Tiere sind von Geburt an entweder im Ganzen braun oder vorne braun und nach hinten hin gelblich weiß. Die letztgenannte Variante hat ein längeres und stärker gewelltes Fell als die schwarzen Tiere.
Die weiße Farbe wird gegenüber der schwarzen rezessiv vererbt. Das weiße Merkmal tritt immer homozygot auf, das schwarze oft heterozygot. Im Ergebnis sind die Nachfahren zweier weißer Schafe immer weiß, während in schwarzen Herden oft weiße Lämmer vorkommen.
Das Fell der Zackelschafe ist nicht wertvoll, jedoch hat es eine kulturhistorische Bedeutung: der traditionelle Mantel Suba (sprich: „Schuba“) der Schäfer wird daraus gefertigt.
Gewöhnlich werden die Lämmer am Ende des Winters oder zu Beginn des Frühlings geboren, meistens nur ein Lamm. Zwillingsgeburten kommen jedoch auch vor.
Seit 2008 halten wir diese außergewöhnlichen Schafe zusammen mit unseren Blackies und haben es bisher nicht bereut. Mag vielleicht der wirtschaftliche Nutzen dieser seltenen Tiere dahingestellt bleiben, so faszinieren sie auf alle Fälle durch ein beeindruckendes Äußeres und eine ausgesprochen vitale Lebensweise bei extrem extensiver Haltung. Entgegen etwaiger Meinungen hatten wir noch nie Probleme damit, dass sich die Tiere untereinander mit ihren Hörnern verletzen oder in den Elektronetzen hängen bleiben. Ein Zackelschaf weiß offenbar sehr genau, wo seine „Korkenzieher“ enden und wie man damit umzugehen hat.
Derzeit halten wir 2 Zuchtböcke und einige Schafe in beiden bekannten Farbschlägen. Unsere Tiere haben wir aus allen Teilen der Bundesrepublik zusammengekauft, um direkt mit einem möglichst breiten Genpool unsere Zucht zu beginnen. Das Fleisch des Zackelschafes ist ausgesprochen mager und erinnert genau wie das Verhalten der Tiere eher an Wild. Die Lämmer bringen es im Herbst auf ein Schlachtgewicht von um die 15 Kilo, und sind damit sicher eher etwas leichter. Dennoch möchten wir unsere Zackelchen nicht mehr missen und erfreuen uns jeden Tag aufs neue an diesen lebhaften Schafen.
Die Fakten
Schulterhöhe: Bock: 65 – 70 cm Mutter: 60 – 65 cm
Gewicht: Bock: 55 – 70 kg Mutter: 40 – 50 kg
Gehörn: 2 langgestreckte, korkenzieherartig gedrehte Hörner,
Bock: bis 70 cm lang, Mutter: bis 30 cm lang

Geschecktes Bergschaf
Das Gescheckte Bergschaf wird seit 1975 in Deutschland gezielt gezüchtet und wurde 1990 ins Herdbuch aufgenommen und ist seitdem als eigenständige Schafrasse anerkannt. Zuvor hielt man sie für untypischen Nachwuchs weißer und brauner Bergschafe. Auch in Österreich werden diese Tiere gezielt gezüchtet, sind dort allerdings nicht offiziell als Zuchtrasse anerkannt.
Das Gescheckte Bergschaf ist ein mittelgroßes bis großes, geschecktes Landschaf der Alpenregion.
Einzelne gescheckte Tiere waren bei den Bergschafherden immer anzutreffen. In Österreich gibt es einen
Bestand von mehr als 400 Tieren, die das „Tscheggenschaf“ oder „Buntes Bergschaf“ seit Ende der 70-er
Jahre züchten, bisher ohne eigenes Zuchtbuch.
Die Rasse zeichnet sich durch seine Farben und Muster
aus. Es überwiegen schwarz-weiß gescheckte Tiere, vereinzelt treten auch braun-weiße Schecken auf. Die
Farben sollen sauber voneinander getrennt sein. Der schmale Kopf ist ramsnasig, hornlos und trägt breite,
hängende Ohren.
Das Vlies besteht aus einer Schlichtwolle in einer Feinheit von 32 bis 36 Mikron. Zweimal jährlich Schur.
Das Brunstverhalten ist ausgeprägt asaisonal. Erstzulassung ist mit 8 Monaten möglich.
Unsere Bergschafe leben in einer eigenen kleinen Herde und zeichnen sich durch eine ausgesprochene Genügsamkeit und Gutmütigkeit aus. Fast möchte man von einer gewissen „Einfältigkeit“ sprechen 🙂
Bergschafe sind robuste Tiere der Voralpenregion und kommen auf unseren Hanglagen bestens zurecht, auch bei kargem oder weniger schmackhaftem Aufwuchs.
Wir haben uns der Haltung von gescheckten Bergschafen verschrieben. Unser erklärtes Zuchtziel ist es, auf passendem Rahmen und ordentlicher wirtschaftlicher Leistung bei gleichbleibend hoher Fruchtbarkeit und besten Muttereigenschaften auch noch eine schöne Scheckung zu erhalten. Nicht ganz einfach, aber eben eine Herausforderung, die wir im kleinen Rahmen gerne annehmen. Bergschafe erkennt jeder sofort an den langen fleischigen und schweren Ohren.
Die Fakten:
Altböcke:
85- 110kg Körpergewicht
80- 85cm Widerristhöhe
6,0- 8,0kg Vliesgewicht
Mutterschafe:
70- 80kg Körpergewicht
72- 80cm Widerristhöhe
4,0- 6,0kg Vliesgewicht
170- 200% Ablammergebnis
