Eine wundervolle Zeit liegt hinter uns und hier kommt das Update! Ein Traum ging in Erfüllung. Wir waren in Schweden zum Continental Sheepdog Championship 2023 in Kungsör. Ein Abenteuer, das natürlich lange seine Schatten vorauswarf.
Es war so WUNDERSCHÖÖÖÖN!!!!!! Zusammen mit der weltbesten Ehefrau und dem (subjektiv) weltbesten Hund aller Zeiten bin ich 18 Stunden lang Richtung Kungsör in Mittelschweden gereist, und schon die Anreise war ein Erlebnis. Schweden ist einmalig, ganz ohne Frage. Natur pur und viel Zeit dieselbe zu bewundern, Höchstgeschwindigkeit auf Schwedens Autobahnen 120km/h, man kann sagen, es entschleunigt ungemein. So oder so, wir hatten ein wunderschönes Ferienhaus direkt am See, es konnte also gar nicht schöner kommen. Einzig, da war doch noch dieser Wettkampf. Während Ilka, Bisquit und Pina die Natur und den Urlaub in Gänze genießen konnten, stieg meine Aufregung täglich ein bisschen mehr. Wie sehr hatte ich mir gewünscht. einmal auf diesem Event starten zu dürfen, und nun kam der Start quasi minütlich näher. Egal, es zählt der olympische Gedanke. So versuchte ich mich zu beruhigen. Und ich war ja auch nicht allein.
Germany war mit einem wirklich tollen Team vertreten, und wir konnten uns immerhin Platz Drei der Teamwertung sichern. Sooooo schlecht waren wir also nicht.
Dennoch, Nervosität ist kein guter Ratgeber. Die einzige, die offenbar überhaupt nicht nervös war, war meine einzigartige Pina. Sie war wie immer souverän und fest entschlossen, bestens ausgerichtet auf den Wettkampf. Und was hatte ich mir eine Mühe gegeben, sie fit und fröhlich zu halten. Joggen, Training, bestes Futter und noch ein Pülverchen fürs Wohlbefinden, wäre alles gar nicht nötig gewesen, Pina war voll auf Sendung, als es drauf ankam.Drei Tage hab ich mir den Kopf zerbrochen, ob ich links- oder rechtsrum schicke. Schlussendlich nam ich die Version rechts, und das lief auch super. Der Lift ging etwas in die Schräge, das kostete reichlich Punkte, aber noch vorm Fetchgate hat Pina die Schafe wieder auf Linie bekommen. Beim Drive hat der Hausi in seiner Nervosität einmal zu kräftig in die Pfeife getrötet, und das brachte die treue Pina ein wenig zu sehr in die Flanke, womit ich dann die Schafe sehr gekonnt zu früh gewendet habe. Tor verpasst, deutlich Punkte gelassen. Der ganze Rest unseres Laufes war aber wirklich gut, und die Naharbeit mit der HOCHMOTIVIERTEN Pina fast schon ein Genuss. So oder so, Pinas allerletzter Lauf in ihrer einzigartigen Karriere endete nicht so punktreich wie erhofft, aber auch nicht ganz so schlecht. Es war ein mehr als schönes Ende ihrer Karriere. Für mich emotional absolut überwältigend. Selten fühlte ich mich einerseits so erleichtert, es halbwegs gut hinbekommen zu haben, und andererseits so derart traurig, dass ich nun nie wieder mit dieser tapferen, treuen und absolut verlässlichen Hündin an den Startpfosten gehen werde.Ja, nun ist es, wie es ist. Mein erster Start auf dem Continental war auch gleichzeitig Pinas letzter. Dieser wundervolle Hund hat sich immer für mich auf wirklich jedem Wettkampf und zuhause den A…. aufgerissen und immer alles gegeben. Sie hat es mehr als verdient, eine schöne Rente zu haben. Dennoch, ich kann mich kaum erinnern, dass ich einen meiner Hunde mal so derart bewusst und für mich schon schmerzhaft aus dem Wettkampf entlassen habe. Pina zu trialen war Freude pur und das durchgängig, vom Anfang bis jetzt zum Ende. Ich werde mich immer an diese einmalig schöne Zeit erinnern und hoffe natürlich, dass Pina ihre Rente nun auch wirklich noch sehr lange genießen kann. Aber ich werde auch noch eine Zeit brauchen, um drüber weg zu kommen, dass ich nun ohne meine geliebte Pina trialen muss. Da brauch ich ganz sicher noch etwas Zeit……:-(
Sinnlos wäre es aber, diese ungenutzt verstreichen zu lassen. Daher wird sich massivst auf den Nachwuchs konzentriert. Alle Hoffnung ruht erstmal auf Tilda und Yaki und in direkter Folge dann auf Yuma. Diese Drei werden jetzt noch mehr trainiert als vorher schon, und wir versuchen, möglichst viele Startplätze auf diversen Trials zu ergattern. Tilda scheint den Ernst der Lage erkannt zu haben, Yaki glaube ich auch, und Yuma entwickelt sich sehr, sehr vielversprechend. Unsere Kommunikation scheint nun auf einem Level des beiderseitigen Verständnisses angekommen zu sein. Ich bin sehr gespannt, ob sich das auch auf den gemeldeten Wettkämpfen wiederspiegelt.Apropos Yuma – sie soll, sofern die Natur uns gewogen ist und es auch zeitlich passt, die Mutter des nächstes Greifentaler Wurfes werden. Intensiv suche ich weiter nach dem passenden Rüden. ich bin mir aber immer noch nicht ganz sicher….Aber ich habe ja auch noch etwas Zeit, mir darüber den Kopf zu zerbrechen.
Gin , das Tilda-Töchterchen, scheint auch endlich zu verstehen, wie das mit den Schafen „eigentlich“ funktioniert. Unser beider Anfang war sicher etwas holprig, aber nun findet sich das stürmische, schwarz-weiße Energiebündel immer besser in ruhiger Bewegung am Schaf ein. Ich sehe langsam doch helles Licht, wo ich zuerst nur den Eingang eines Tunnels sah :-)))) Gin ist ein zauberhaftes Hündchen, und ich kann mir gar nicht vorstellen, dass sich ihr fröhliches und freundliches Wesen nicht auch am Schaf wieder findet. Das wird, ich bin sehr zuversichtlich.
Die meisten unserer Lämmer haben uns schon verlassen, für die letzten Jungs bleibt wohl leider nur der Weg in die Truhe. So ist das eben. Und angesichts der Tatsache, dass die Tage schon wieder deutlich kürzer werden, steht ja nun auch in Kürze das Zusammenstellen der Zuchtgruppen auf der ToDo-Liste. Zuerst werden der Bergschafbock und der Nasenbock ihre Arbeit aufnehmen, und dann in Kürze aber auch alle anderen Jungs. Geplant ist wieder eine kurze Rittzeit. Wer nicht innerhalb von vier Wochen tragend wird, der bleibt halt ohne Lämmer. Tatsächlich finde ich es wenig wirtschaftlich und auch ziemlich traurig, im Frühjahr weniger Lämmer zu haben, aber die Angst vor dem Wolf ist leider allgegenwärtig. Und ich bin mir sicher, ein Wolfsangriff mit frisch gelammten Schafen ist so ziemlich das Übelste, was ich mir vorstellen kann. Daher traue ich mich fast schon gar nicht mehr, die Schafe überhaupt zum Bock zu stellen. Aber irgendwie hoffe ich ja doch, dass die Politik irgendwann ein Einsehen mit den Weidetierhaltern hat und der Wolf in Deutschland so geschickt gemanaged wird wie in den angrenzenden europäischen Ländern. Dann sollten sich die Risse und Übergriffe wieder deutlich dezimieren und wir könnten trotzdem auf eine gesunde Wolfspopulation blicken.
Wir waren reichlich seminieren und hatten wirklich sehr, sehr schöne Seminare übers ganze Land verteilt. Und leider habe ich es immer noch nicht geschafft, meine Eindrücke in Berichte zu fassen. Ich gelobe, zum wiederholten Male, Besserung 🙂
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